Nikolai Nikolajewitsch Tscherepnin (1873-1945):

Narziss i Echo [Нарцисс и Эхо]

deutsch Echo und Narziss / englisch Echo and Narcissus / französisch Narcisse et Echo

Allgemeine Angaben zum Ballett

Entstehungszeit: 1911
Uraufführung: 25. April 1911 in Monte Carlo
Choreographie: Michail Fokin
Ausstattung: Léon Bakst
Formation: Serge Diaghilews Ballets Russes
Darsteller der Uraufführung: Waslaw Nijinsky, Tamara Karsawina, Bronislawa Nijinska
Besetzung: gemischter Chor und Orchester
Bemerkung: Echo war schon einmal zur Göttin Hera in Opposition geraten. Zeus hatte ihr befohlen, Hera durch ihr Geschwätz so lange abzulenken, bis er sein Liebesabenteuer beendet habe. Der Göttermutter bleibt nichts verborgen, und sie bestraft die arme Nymphe exemplarisch. Um ihr das Plappern abzugewöhnen verfügt sie, dass von allem was sie sagt, Götter und Menschen immer nur die letzte Silbe vernehmen. Deshalb hatte Narziss von ihr auch genug, wandte sich ab und wollte nichts anderes, als seine Ruhe haben.

Das Ballett erfreute sich außerordentlicher Beliebtheit. Waslaw Nijinsky und Mikhail Fokin tanzten den männlichen Part abwechselnd. Die Karsawina und die Nijinska waren hinreißend.
Opus: op. 40

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[Details]
Narcisse et Echo-Ballettmusik op.40 (CPO, DDD, 2018)
Nicolai Tscherepnin (1873-1945)

klassik. com 02 / 2020: »Lukasz Borowicz und die Bamberger Symphoniker entdecken mit Nicolai Tcherepnins ›Narcisse et Echo‹ ein Ballettjuwel abseits des Standardrepertoires. Lukasz Borowicz, der polnische Dirigent mit Hingabe für vernachlässigtes Repertoire, dirigiert beide Partituren mit einer Delikatesse und Subtilität, die bezaubert. Die Bamberger Symphoniker spielen famos: fein abgestimmt, manchmal wie hingetupft, alle Schattierungen ausreizend und mit einer dynamischen Bandbreite, die bis ins kaum wahrnehmbare Pianissimo reicht. Die klangtechnisch hervorragende Einspielung, der ein fundierter Einführungstext mit viel Wissenswertem zu Biographie und Werk beigegeben ist, ist eine musikalische Entdeckung auf hohem interpretatorischem Niveau und unbedingt zu empfehlen.«

Zum Ballett

Art: Ballett in einem Akt
Libretto: André Bakst nach mythologischen Quellen
Ort: antikes Griechenland
Zeit: zu mythologischer Zeit

Personen der Handlung

Narziss: ein Jüngling
Echo: eine Nymphe
Nemesis: eine Göttin

Handlung

Der griechische Jüngling Narziss findet sich so schön, dass er unter dem Zwang leidet, sich selbst ständig betrachten zu müssen. Echo, sein liebes Mädchen, würdigt er keines Blickes mehr. Er legt sich an eine Quelle und betrachtet den lieben langen Tag sein Spiegelbild. Manchmal wirft Echo – um ihn zu necken – einen Stein in das Gewässer, wodurch Wellen verursacht werden. Narziss schaut gelassen, wie seine Gestalt im Wasser sich verändert und wartet geduldig, bis die Wellen sich verflüchtigt haben. Allmählich wird der Nymphe die Situation zu dumm. Sie versichert sich des Mitgefühls ihrer Gefährtinnen und bestürmt die Göttin Nemesis, sich ihres beklagenswerten Schicksals anzunehmen. Narziss soll für seine Herzlosigkeit endlich bestraft werden! Die Göttin fackelt nicht lange und verwandelt den Jüngling kurzerhand in ein Knollengewächs. So hatte Echo das nicht gemeint! Die Welt vernimmt ihr Klagen bis auf den heutigen Tag.


Letzte Änderung am 26.2.2017
Veröffentlichung mit Zustimmung von musirony